Anton Chladek
1794–1882 · Kaisertum Österreich, Rumänien · Biedermeier
Die Geschichte
Der walachische Bojar Ienăchiță Văcărescu, der Liebesgedichte schrieb und die erste Grammatik der rumänischen Sprache, starb 1797. Das Ölbildnis von ihm in Bukarest entstand rund ein halbes Jahrhundert später, und der Maler hat den Mann nie gesehen. Anton Chladek arbeitete nach einem Fresko in der Kirche Sfântul Spiridon Nou, wo Văcărescu unter den Stiftern steht, und machte aus einer Figur an der Wand ein Bildnis, das die Familie aufhängen konnte. Dasselbe tat er für den Sohn des Dichters, Alecu, der seit etwa 1799 tot war.
Chladek kam 1794 in Elemir im Banat zur Welt, als Sohn eines Schmieds, und wurde zum Malenlernen nach Mailand geschickt. Ab Mitte der 1820er Jahre zog er als Porträtist zwischen Pest und Wien umher, eröffnete in Pest eine Zeichenschule und ging Ende 1835 nach Bukarest. Die Bojarenfamilien nahmen ihn an. Er sprach Französisch, Deutsch und Italienisch, malte in der schlichten Biedermeier-Manier, die sie wollten, und arbeitete auch in der Miniatur und an Kirchenwänden.
Um 1848 kam ein zehnjähriger Junge namens Nicolae Grigorescu in seine Werkstatt und blieb zwei Jahre, malte Ikonen. Grigorescu wurde zur zentralen Figur der modernen rumänischen Malerei, und rumänische Autoren führen den leichten, kleinen Strich, den er sein Leben lang behielt, auf die Miniaturen seines ersten Lehrers zurück. Chladek malte 1856 noch Wandbilder in den Dorfkirchen von Baloteasca und Budești und starb 1882 mit 88 Jahren in Bukarest.


