Carl Spitzweg

Carl Spitzweg

1808–1885 · Königreich Bayern · Biedermeier


Die Geschichte

Carl Spitzweg machte eine Ausbildung zum Apotheker und wandte sich erst Mitte zwanzig der Malerei zu, nachdem eine Erbschaft ihn frei machte, sich autodidaktisch durch das Kopieren flämischer und niederländischer Meister zu schulen. Nie verlor er die Zuneigung des Liebhabers zu kleinen, genau beobachteten Szenen des gewöhnlichen Münchner Lebens.

Sein bekanntestes Werk fasst seinen sanften Humor zusammen. Der arme Poet von 1839 zeigt einen Schriftsteller in einer eiskalten Dachkammer, im Bett zusammengekauert unter einem Schirm, der gegen das undichte Dach gestützt ist, ein Stapel eigener Manuskripte, der zum Heizen den Ofen füttert, während er zwischen den Fingern einen Floh zerdrückt. Es neckt das romantische Klischee vom Dichter als leidendem Genie, und das Publikum der Biedermeierjahre, jener nach innen gekehrten Ära von Häuslichkeit und kleinen Behaglichkeiten zwischen den Napoleonischen Kriegen und den Revolutionen von 1848, erkannte sich sogleich darin wieder.

Spitzweg malte solche Gestalten jahrzehntelang weiter, die Junggesellen und Bücherwürmer und Kakteenzüchter an ihren Fenstern. Der arme Poet hängt heute in der Neuen Pinakothek in München, eine von mehreren Fassungen, die er von derselben fröstelnden Gestalt malte.

Willst du die Geschichte direkt vorm Bild? Kommt bald. Melde dich an.

Werke

4 Werke