
Édouard Vuillard
1868–1940 · Frankreich · Nabis, Postimpressionismus
Die Geschichte
Édouard Vuillard machte die enge Pariser Wohnung, die er mit seiner Mutter teilte, zu einem lebenslangen Thema. Sie führte von zu Hause aus ein Nähgeschäft, und die Zimmer waren voller Stoff, Tapeten und über ihre Arbeit gebeugter Frauen, und genau das malte er, wieder und wieder, bis die Figuren fast in den Mustern um sie herum aufgehen.
In den 1890er Jahren gehörte er zu den Nabis, einer Gruppe junger Maler, die Gauguins Gedanken folgten, ein Bild sei zuallererst eine flache Anordnung von Farbe und Form. Vuillard trug das nach drinnen. Seine kleinen, dicht gemusterten Interieurs, eine Mutter und Tochter, verloren zwischen streitenden Drucken, sind das Herz dessen, was man Intimismus nannte, die Kunst des stillen häuslichen Lebens.
Er verkehrte im lebhaften Kreis der Revue Blanche, einer avantgardistischen Pariser Zeitschrift, und malte dekorative Tafeln für ihre Herausgeber und andere gebildete Gastgeber. In späteren Jahren wurde sein Werk konventioneller und detailreicher, und er verdiente sich als Porträtist ein behagliches Auskommen, arbeitend bis zu seinem Tod, als die Deutschen 1940 auf Paris vorrückten.
Werke
6 Werke
Porträt von Toulouse-Lautrec in Villeneuve-sur-Yonne mit den NatansonsÉdouard Vuillard, 1898
Garten in VaucressonÉdouard Vuillard, 1923
Interieur. Mutter und Schwester des KünstlersÉdouard Vuillard, 1893
Die NäherinÉdouard Vuillard, 1893
Frau im gestreiften KleidÉdouard Vuillard, 1895
Heuhaufen im Jardin des Étincelles in CriqueboeufÉdouard Vuillard, 1902