
Franz von Stuck
1863–1928 · Deutschland · Symbolismus
Die Geschichte
Franz von Stuck stieg vom Sohn eines bayerischen Müllers in einer einzigen Generation zum Fürsten der Münchner Kunst auf. 1893 zeigte er ein Gemälde mit dem Titel Die Sünde, eine nackte Frau, halb vom Schatten verschluckt, mit einer riesigen Schlange über der Schulter, deren Augen und ihre eigenen auf den Betrachter gerichtet sind. Es empörte und begeisterte die Menschen, verkaufte sich endlos als Druck und machte ihn berühmt.
Er war Mitbegründer der Münchner Secession, der Abspaltung modern gesinnter Künstler, und baute sich eine Villa, die selbst ein Kunstwerk war, jeder Raum bis zum Mobiliar in einem schweren, vergoldeten, halb antikisierenden Stil gestaltet. Der Staat erhob ihn in den Adel, und er fügte seinem Namen das aristokratische von hinzu.
Sein nachhaltigster Einfluss aber lag in seiner Lehre an der Münchner Akademie. Durch sein Atelier gingen Wassily Kandinsky, Paul Klee und Josef Albers, drei der Künstler, die später die abstrakte und moderne Kunst erfinden sollten, Schüler, die sein Können aufnahmen und dann seine dunkle symbolistische Welt weit hinter sich ließen. Er starb 1928 in München in der Villa, die er erbaut hatte.

