Iwan Aiwasowski

Iwan Aiwasowski

1817–1900 · Russisches Kaiserreich · Romantik


Die Geschichte

1842 hielt in Rom ein Bild der Bucht von Neapel im Mondlicht den englischen Maler J.M.W. Turner, damals den gefeiertsten Marinemaler Europas, davor an – gemalt vom 25-jährigen Iwan Aiwasowski. Turner schrieb ihm ein kurzes Gedicht auf Italienisch, in dem er das Licht des Bildes lobte. Im selben Jahr kaufte Papst Gregor XVI. eines von Aiwasowskis Seestücken, Chaos, für die vatikanische Galerie. Aiwasowski, geboren als Sohn armenischer Eltern im Krimhafen Feodossija, hatte zwei Jahre früher als üblich mit einer Goldmedaille die Kaiserliche Akademie der Künste in Sankt Petersburg abgeschlossen und war auf Kosten der Akademie zum Studium nach Italien geschickt worden.

Er arbeitete auf eine für einen Maler von Stürmen und Küsten ungewöhnliche Weise: fast ausschließlich aus dem Gedächtnis, kaum je vor Ort skizzierend, und schnell, manchmal ein großes Gemälde in einer einzigen Sitzung von wenigen Stunden vollendend. 1845 kehrte er endgültig nach Feodossija zurück, baute ein Haus und Atelier mit Blick auf das Meer, das er in seiner ganzen Jugend zum Studium verlassen hatte, und blieb dort für den Rest seiner Laufbahn, ernannt zum offiziellen Maler der russischen Marine, deren Schiffe und Schlachten er neben reinen Seestücken malte.

Über rund 60 Jahre hinweg schuf er etwa 6.000 Gemälde und setzte seinen Wohlstand für Feodossija selbst ein, finanzierte das erste öffentliche Museum der Stadt, eine Kunstschule und ein neues Aquädukt, das frisches Wasser in einen Ort brachte, der zuvor ohne ausgekommen war. Der Schriftsteller Anton Tschechow machte eine örtliche Redewendung populär, die für alles besonders Schöne galt: dass es "eines Pinsels von Aiwasowski würdig" sei.

Die App liest sie dir vor, in zehn Sprachen. Bald.

Werke

25 Werke