
Iwan Schischkin
1832–1898 · Russisches Kaiserreich · Realismus
Die Geschichte
Für Generationen von Russen ist Iwan Schischkin der Mann, der den Wald selbst gemalt hat. Er arbeitete wie ein Naturforscher, füllte Skizzenbücher mit Rinde, Wurzeln, Farnen und abgebrochenen Ästen in den Kiefern- und Eichenwäldern Zentralrusslands und lernte eine einzelne Baumgruppe kennen, ehe er daraus eine ganze Leinwand aufbaute.
Er studierte in den 1850er Jahren in Moskau und danach an der Kaiserlichen Akademie der Künste in Sankt Petersburg, mit jahrelangem Studium in Düsseldorf im Westen Deutschlands, wo Sammler bereits seine genauen Bleistiftzeichnungen der Landschaft kauften. Zu Hause wurde er Gründungsmitglied der Peredwischniki, der Wanderer, realistischer Maler, die sich 1870 von der offiziellen Akademie lossagten und ihre eigenen Ausstellungen durch das Russische Reich reisen ließen. Seine Leinwand Roggen von 1878, ein Feldweg durch ein weites, sonnenüberflutetes Kornfeld unter aufragenden Kiefern, wurde zu einem nationalen Bild des russischen Landes.
Sein berühmtestes Bild stammte zum Teil von fremder Hand. Morgen im Kiefernwald von 1889 zeigt eine dunstige Lichtung mit einer Bärin und drei Jungen, und die Bären malte sein Freund und Weggefährte Konstantin Sawizki. Ein Händler wischte Sawizkis Signatur aus, sodass nur Schischkins Name an die Öffentlichkeit gelangte. Die Szene wurde so beliebt, dass sie in der Sowjetzeit auf ein Schokoladenpapier gedruckt wurde, und dort begegneten die meisten Russen ihr zum ersten Mal.
Schischkin malte bis in seine Sechziger im Freien. Er starb 1898 in seinem Petersburger Atelier und brach an der Staffelei zusammen, während er an einer neuen Waldleinwand arbeitete.
Werke
9 Werke
Morgen im KiefernwaldIwan Schischkin, 1889
RoggenfeldIwan Schischkin, 1878
Im wilden Norden…Iwan Schischkin, 1891
Regen im EichenwaldIwan Schischkin, 1891
Sonnenbeschienene KiefernIwan Schischkin, 1886
Kiefernwald. Unvollendete SkizzeIwan Schischkin, 1894
Studie zum Gemälde „Holzfällerei“Iwan Schischkin, 1867
Sonniger Tag. MerikülIwan Schischkin, 1894
Der dunkle WaldIwan Schischkin, 1876