
Kusma Petrow-Wodkin
1878–1939 · Russisches Kaiserreich · Russischer Symbolismus
Die Geschichte
1912 zeigte Kusma Petrow-Wodkin ein Bild von einem nackten Jungen auf einem riesigen roten Pferd, das ins Wasser watet, und die Russen lasen es sofort als Vorzeichen. Das Baden des roten Pferdes, zwei Jahre vor dem Ersten Weltkrieg und fünf vor der Revolution gemalt, schien geradewegs aus einer Ikone in das kommende Jahrhundert zu galoppieren, und der Künstler dachte das halb selbst.
Er stammte aus einer armen Familie in einer Stadt an der Wolga und wurde teils im Ausland ausgebildet, doch seine wahren Wurzeln lagen in der russischen Ikonenmalerei mit ihrer flachen, leuchtenden Farbe und dem umgekehrten Raum. Daraus baute er eine Theorie, eine geneigte sphärische Perspektive und eine auf Rot, Blau und gelben Ocker reduzierte Palette, die er auf madonnenhafte Bäuerinnen und später auf von oben gesehene Stillleben anwandte.
Er lebte bis in die sowjetischen 1930er Jahre hinein, lehrte und passte sich an, malte die neue Ordnung, ohne je jene ikonenhaft erleuchtete Fremdheit zu verlieren. 1939 starb er an Tuberkulose.
