
Lucas van Leyden
1494–1533 · Nördliche Niederlande · Nördliche Renaissance, Niederländische Renaissance
Die Geschichte
Lucas van Leyden war ein Wunderkind des Grabstichels. Mit Mitte der Teenagerjahre schuf er Kupferstiche von einer Feinheit, die ihn in eine Reihe mit Albrecht Dürer stellte, dem deutschen Meister, der die europäische Druckgrafik beherrschte, und die beiden Künstler trafen sich und tauschten Bildnisse, als Dürer 1521 durch die Niederlande reiste.
In der niederländischen Stadt Leiden tätig, behandelte Lucas die gestochene Linie beinahe wie Atmosphäre. Er ließ seine Hintergründe in dunstige Ferne verschwimmen und stufte seine Töne so fein ab, dass seine Stiche wirkliche Luft und wirkliches Licht zu bergen scheinen, ein Schritt über Dürers klare Präzision hinaus.
Er malte auch, und seine große Tafel des Jüngsten Gerichts zeigt dasselbe Gespür für offenen Raum, doch es waren die Stiche, die reisten und seinen Ruhm durch ganz Europa trugen. Er starb mit 38 Jahren, der Legende nach jahrelang kränklich. Rembrandt, ein Jahrhundert später und aus derselben Stadt, sammelte und schätzte sein Werk.

