Martin Schongauer

Martin Schongauer

1440–1491 · Heiliges Römisches Reich · Nördliche Renaissance, Gotik


Die Geschichte

1492 reiste der junge Albrecht Dürer nach Colmar im Elsass in der Hoffnung, bei Martin Schongauer zu lernen, dem bewundertsten Kupferstecher Europas. Er traf ein und musste erfahren, dass Schongauer im Jahr zuvor gestorben war, und musste sich mit den Brüdern des älteren Mannes und dessen Stichen begnügen.

Schongauer war der Künstler, der in der Generation vor Dürer, der ihn vollendete, den Kupferstich vom Handwerk zur hohen Kunst erhob. Seine mit dem Monogramm signierten Stiche wurden über den ganzen Kontinent gesammelt und kopiert und verbreiteten einen verfeinerten deutschen Stil weit über seine Heimat hinaus. Seine Versuchung des heiligen Antonius, ein von grotesken Dämonen umschwärmter Heiliger, wurde so bewundert, dass ein jugendlicher Michelangelo in Florenz eine gemalte Kopie davon anfertigte.

Er malte auch, und seine Madonna im Rosenhag von 1473, noch heute in einer Kirche in Colmar, ist ein Kleinod zarter Detailfreude, ihre Rosen und Singvögel mit der feinen Präzision gearbeitet, die er von seinem Goldschmiede-Vater gelernt hatte.

Das ganze Museum in der Tasche. MuseScope ist fast da.

Werke

1 Werk