Nikolai Ge

Nikolai Ge

1831–1894 · Russisches Kaiserreich · Russischer Symbolismus


Die Geschichte

Nikolai Ge verbrachte seine letzten Jahre damit, die Passion Christi auf eine Weise zu malen, die Kirche und Staat gleichermaßen empörte. 1890 zeigte er Was ist Wahrheit, den Augenblick, in dem Pilatus, der römische Statthalter, Jesus seine berühmte Frage höhnisch entgegenwirft. Ge malte Pilatus als wohlgenährten Beamten im Licht und Christus als hageren, erschöpften Gefangenen im Schatten, nichts Göttliches an ihm.

Der Heilige Synod ließ das Gemälde als blasphemisch aus der Ausstellung entfernen. Ein Mann verteidigte es lautstark, der Schriftsteller Leo Tolstoi, der Ges enger Freund und moralischer Ratgeber geworden war und es das wahrhaftigste Christusbild nannte, das er kenne. Unter Tolstois Einfluss hatte Ge der offiziellen Kunst den Rücken gekehrt und lebte einfach auf einem Bauernhof in der Ukraine.

Begonnen hatte er seine Laufbahn ganz anders, mit großen, bewunderten Historienszenen wie Peter der Große verhört seinen Sohn. Die rohen, groben, fast gewaltsamen religiösen Bilder seines Alters verwirrten die Zeitgenossen und wurden oft nicht zur Ausstellung zugelassen. Er starb 1894 auf seinem Hof, und mehrere jener späten Leinwände hängen heute in der Tretjakow-Galerie in Moskau.

Das ganze Museum in der Tasche. MuseScope ist fast da.

Werke

2 Werke