Norman Rockwell

Norman Rockwell

1894–1978 · Vereinigte Staaten · Amerikanischer Realismus


Die Geschichte

Fast 50 Jahre lang malte Norman Rockwell Titelbilder für die Saturday Evening Post, ein amerikanisches Wochenmagazin, und wurde zum bekanntesten Illustrator des Landes. Seine Szenen aus dem Kleinstadtleben, Thanksgiving-Essen, Ärzte, Pfadfinder und erste Verabredungen, waren warmherzig, witzig und genau beobachtet, und sie prägten das Bild, das sich das Amerika der Jahrhundertmitte gern von sich selbst machte.

1963 verließ er die Post, auch weil sie ihn davon abhielt, etwas Kontroverses zu malen, und ging zum Magazin Look, das ihn das Zeitgeschehen aufgreifen ließ. Daraus entstand das ernsteste Werk seines Lebens. 1964 malte er The Problem We All Live With, das Ruby Bridges zeigt, ein sechsjähriges schwarzes Mädchen, das in New Orleans zu einer eben rassisch integrierten Schule geht, flankiert von vier US-Marshals, deren Köpfe vom Bildrand abgeschnitten sind, vorbei an einer Wand mit den Spuren einer geworfenen Tomate und einem rassistischen Schimpfwort.

Rockwell war damals in seinen Siebzigern, und das Bild überraschte alle, die ihn nur für den Schöpfer heimeliger Motive hielten. Im Zweiten Weltkrieg hatte er die Four Freedoms gemalt, vier Leinwände zu einer Rede von Präsident Roosevelt, die auf Tournee gingen, um Kriegsanleihen zu verkaufen. Das Original von The Problem We All Live With hing 2011 eine Zeit lang in einem Flur vor dem Oval Office, als Ruby Bridges, inzwischen eine erwachsene Frau, Präsident Obama besuchte.

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