Pierre Bonnard

Pierre Bonnard

1867–1947 · Frankreich · Nabis


Die Geschichte

Fast 50 Jahre lang malte Pierre Bonnard dieselbe Frau, und oft malte er sie im Bad. Sie hieß Marthe. Sie war von zarter Gesundheit und wusch sich zwanghaft, verbrachte Stunden in der Wanne, und Bonnard verwandelte diese Stunden in Hunderte von Bildern, in denen das Wasser, die Fliesen und ihr Körper zu einem warmen Farbdunst verschwimmen.

Er war in den 1890er Jahren mit den Nabis aufgekommen, einer jungen Pariser Gruppe, die ihren Namen einem hebräischen Wort für Propheten entlehnte und sich eher an Gauguin und japanischen Holzschnitten orientierte als an den Akademien. Bonnard behielt ihre flächige Musterung bei, ging aber mit der Farbe seinen eigenen Weg. Selten malte er, was vor ihm lag. Er sah einen Raum oder einen Garten lange an und arbeitete dann im Atelier aus dem Gedächtnis weiter, weshalb seine Interieurs erinnert statt beobachtet wirken.

Marthe war nicht sein einziges Modell. 1918 lernte er eine junge Frau namens Renée Monchaty kennen und dachte eine Zeit lang daran, Marthe ihretwegen zu verlassen. Stattdessen heiratete er 1925 Marthe, und bald darauf nahm sich Renée das Leben. Bonnard malte Marthe noch lange nach ihrem Tod 1942, setzte ihre schmale Gestalt weiter in die Wanne, aus dem Gedächtnis.

Kunst zum Entdecken, die nie ausgeht. Trag dich ein.

Werke

2 Werke