
Pietro Longhi
1701–1785 · Republik Venedig · Rokoko, Genremalerei, Venezianische Malerei
Die Geschichte
Während Canaletto den Touristen prächtige Ansichten Venedigs verkaufte, malte Pietro Longhi, was sich drinnen abspielte. Seine Bilder sind kleine, stille Szenen aus dem venezianischen Leben des 18. Jahrhunderts, eine Dame bei der Toilette, eine Tanzstunde, ein Kartenspiel hinter Karnevalsmasken, der Besuch des Friseurs, das alltägliche Theater einer Stadt im sanften Niedergang.
Sein meistreproduziertes Gemälde hält ein wirkliches Ereignis fest. 1751 tourte ein Nashorn namens Clara durch Europa und machte während des Karnevals in Venedig Station, und Longhi malte die Schar maskierter Zuschauer, die das gelassene Tier in seinem Gehege anstarren, ein Mann hält das Horn hoch, das es abgeworfen hatte. Es ist halb Bildnis eines Tieres, halb Bildnis einer Gesellschaft, die dafür zahlte, alles Neue anzugaffen. Longhi verbrachte fast sein ganzes Leben in Venedig, führte dort eine Zeichenschule und starb 1785 in der Stadt.
