
Theophanes der Grieche
1340–1410 · Byzantinisches Reich · Byzantinische Kunst, Ikonenmalerei, Mittelalterliche Kunst
Die Geschichte
1378 überzog in der Handelsstadt Nowgorod im nördlichen Rus ein in Konstantinopel geschulter Maler die Wände der Verklärungskirche in der Iljin-Straße mit Gestalten, wie die Einheimischen sie nicht kannten. Seine Heiligen und Einsiedler sind hager und streng, erhellt von raschen weißen Strichen, die wie Funken über ihre Gesichter fallen. Dies ist das eine Werk, das sicher als seines belegt ist, und alles andere, was Theophanes dem Griechen zugeschrieben wird, misst sich daran.
Er kam aus der byzantinischen Welt, wo er schon Dutzende Kirchen ausgemalt haben soll, und trug deren späten, intensiven Stil nach Norden. In Moskau arbeitete er um 1405 an der Verkündigungskathedrale des Kreml, an der Seite eines jüngeren russischen Mönchs namens Andrei Rubljow.
Rubljow sollte sich einer sanfteren, stilleren Art zuwenden, während Theophanes sein herbes, dramatisches Feuer behielt. Seine Nowgoroder Fresken sind nur in Fragmenten erhalten, rußgeschwärzt und abgenutzt, und sie bleiben die sicherste Spur des Mannes.
