
Thomas Couture
1815–1879 · Frankreich · Akademische Kunst
Die Geschichte
Thomas Couture hatte einen einzigen gewaltigen Erfolg und einen einzigen gewaltigen Einfluss, und die beiden zogen in entgegengesetzte Richtungen. 1847 enthüllte er im Pariser Salon eine riesige Leinwand, Die Römer der Verfallszeit, einen Saal voll schöner Römer, hingestreckt in Erschöpfung nach einer Nacht der Lust, eine als Gelage verkleidete Moralpredigt. Es war die Sensation des Jahres und machte ihn in ganz Frankreich berühmt.
Auf dieser Grundlage richtete er ein Lehratelier ein, und dort hinterließ er seine eigentliche Spur. Zu seinen Schülern zählte der junge Édouard Manet, der sechs ruhelose Jahre bei ihm verbrachte. Die beiden stritten unablässig, der Meister verteidigte den geschliffenen klassischen Feinschliff, der Schüler drängte hin zu jener flachen, modernen, locker gepinselten Malerei, die den Impressionismus mit auf den Weg bringen sollte.
Couture selbst wiederholte den Triumph von 1847 nie. Stolz und schwierig, überwarf er sich mit der offiziellen Kunstwelt, verließ Paris und verbrachte seine späteren Jahre auf dem Land mit Lehren und dem Schreiben über Technik, und starb 1879, als die Bewegung, die sein eigener Schüler mitbegründet hatte, ihm den Boden unter den Füßen wegzog.
