Wassili Wereschtschagin

Wassili Wereschtschagin

1842–1904 · Russisches Kaiserreich · Orientalismus


Die Geschichte

Wassili Wereschtschagin malte den Krieg für seinen Lebensunterhalt, und er malte ihn, um abzustoßen. Seine bekannteste Leinwand, Die Apotheose des Krieges von 1871, zeigt nichts als eine Pyramide menschlicher Schädel auf einer verbrannten Ebene, über die Krähen herfallen. Auf den Rahmen schrieb er eine Widmung an alle Eroberer, vergangene, gegenwärtige und künftige. Er hatte das Wirkliche gesehen, er zog mit russischen Truppen durch Zentralasien und später auf dem Balkan und malte die Toten und Verwundeten mit einer Nüchternheit, die russische Generäle nahe am Verrat fanden.

Manches eigene Werk hielt er für zu vernichtend, um es zu bewahren, und drei Leinwände, die das Heer kritisierten, soll er selbst verbrannt haben. Zar Alexander III. mochte die Bilder nicht, und jahrelang stellte Wereschtschagin im Ausland freier aus als daheim.

1904 brach der Russisch-Japanische Krieg aus, und Wereschtschagin, damals 61, ging noch einmal an die Front. Admiral Stepan Makarow lud ihn auf sein Flaggschiff ein, das Schlachtschiff Petropawlowsk, vor Port Arthur. Am 13. April lief das Schiff auf zwei Minen und sank in Minuten, riss fast die ganze Besatzung, den Admiral und den Maler mit hinab. Sein letztes Bild, ein Kriegsrat an Deck, wurde fast unversehrt aus dem Wasser gezogen.

Bald fragst du zu allem nach, was du liest. Trag dich ein.

Werke

1 Werk