
Sinaida Serebrjakowa
1884–1967 · Russisches Kaiserreich · Impressionismus
Die Geschichte
Sinaida Serebrjakowa wurde mit 25 über Nacht berühmt, mit einem Bild von sich selbst beim Kämmen ihrer Haare. Am Toilettentisch, 1909 auf dem Landgut der Familie gemalt, zeigt sie an einem hellen Wintermorgen zum Spiegel gebeugt, jung und glücklich und ganz gelöst, und als es in Sankt Petersburg gezeigt wurde, verfielen die Kritiker seiner Leichtigkeit und Freude.
Sie stammte aus einer Künstlerfamilie und schuf ein warmes, sonniges Werk, Bildnisse ihrer vier Kinder, Bäuerinnen auf den Feldern, ihrer selbst. Dann brach die Geschichte ihr Leben entzwei. Jung verwitwet durch die Wirren nach der Russischen Revolution, ging sie 1924 für einen einzigen Auftrag nach Paris und wollte zurückkehren.
Die sowjetischen Behörden ließen sie nicht wieder ins Land. Den Rest ihres langen Lebens verbrachte sie in Frankreich, jahrzehntelang von zwei ihrer Kinder und von ihrer Mutter getrennt, und hörte nie auf zu malen, auch wenn der frühe Glanz verblasste. Erst 1966, als alte Frau, wurde ihr endlich eine triumphale Ausstellung in der Heimat gewährt, ein Jahr bevor sie 1967 in Paris starb.