
Lorenzo Lotto · PD
Allegorie der Keuschheit
Details
Die Geschichte
Lotto malte diese kleine Tafel um 1505, als er ein junger Maler in Treviso war, nördlich von Venedig. Sie war mit ziemlicher Sicherheit nicht dafür gedacht, allein zu hängen. In jenen Jahren gehörte zu einem guten Bildnis oft ein bemalter Deckel, der darübergeschoben wurde, und genau einen solchen Deckel malte Lotto für den Bischof der Stadt, Bernardo de' Rossi. Diese Tafel diente wohl demselben privaten Zweck für einen anderen Auftraggeber. Eine junge Frau sitzt auf einer grasbewachsenen Böschung, während ein geflügelter Putto ihr kleine weiße Blüten in den Schoß fallen lässt. In einer Ecke kippt ein Satyr einen Weinschlauch in den Mund, eine Satyrin sieht von der anderen Seite zu. Die Forschung streitet bis heute, was genau sie verkörpert, von einer schlichten Allegorie der Keuschheit bis zu Petrarcas geliebter Laura.




