
I, Sailko · CC-BY-SA-3.0
Altarretabel aus der evangelischen Kirche in Schmiegen
Details
Die Geschichte
Um 1510 entstand dieser Flügelaltar für die Kirche des kleinen sächsischen Dorfes Schmiegen, dem heutigen Șmig, in den Hügeln Siebenbürgens. Die Gemeinde war damals noch katholisch, und das ganze Werk diente der Messe: Scharnierflügel, die sich an den Festtagen öffneten und in der Mitte eine geschnitzte Madonna zeigten, den Rest des Jahres aber geschlossen blieben. Innerhalb einer Generation änderte sich ringsum alles. Dem Reformator Johannes Honterus aus Kronstadt folgend, wandten sich die Siebenbürger Sachsen um die Mitte des 16. Jahrhunderts dem lutherischen Bekenntnis zu. In weiten Teilen des protestantischen Europa bedeutete diese Wende getünchte Wände und zerschlagene Heiligenfiguren. Hier nicht. Die sächsischen Gemeinden ließen ihre mittelalterlichen Altäre größtenteils stehen, und nur deshalb ist dieser überhaupt erhalten. Beiseitegestellt wurde er erst am Ende des 19. Jahrhunderts, als ein neuer Altar mit dem Bild Christi seinen Platz einnahm. Später kam er in das Museum nach Bukarest, wo seine geschnitzte Madonna noch immer in der Mitte des Schreins steht.