
Henri Matisse · PD
Frühstück
Details
Die Geschichte
Um 1920 hatte sich der Maler, der Paris einst mit Flächen aus rohem, grellem Farbklang schockiert hatte, in etwas viel Ruhigeres zurückgezogen. Henri Matisse verbrachte große Teile dieser Nachkriegsjahre in Nizza am Mittelmeer, in einem etwas verblichenen alten Haus, dem Hôtel de la Méditerranée, dessen Licht er liebte. Dies ist eines seiner Zimmer. Sein Modell, eine junge Frau namens Antoinette, sitzt an einem Tisch mit rot-weiß gestreiftem Tuch und blickt von ihrem Buch auf, als wären ihre Gedanken längst woanders. Das gestreifte Tuch, der gepolsterte Sessel und der ovale Spiegel kehren in den Bildern dieses Jahres immer wieder, umgestellt wie die Möbel einer kleinen Bühne. Der Erste Weltkrieg war kaum zwei Jahre zuvor zu Ende gegangen, und Matisses Arbeit zieht sich nun in Räume genau wie diesen zurück.




