Kreuzigung

Anthony van Dyck · PD

Kreuzigung


Details

Jahr
1630
Technik
Ölfarbe
Gattung
Gemälde
Maße
109 × 124 cm

Die Geschichte

Um 1630 nahm diese Kreuzigung ihren Platz auf dem Hochaltar des Recollectenklosters in Lille ein, wo das vier Meter hohe Bild Teil des Gottesdienstes war. Van Dyck war 1627 aus Italien nach Antwerpen zurückgekehrt und hatte sich dort intensiv mit venezianischer Farbe und italienischer Sakralmalerei beschäftigt. In den Spanischen Niederlanden bestellten katholische Auftraggeber weiterhin monumentale Altarbilder, die das Heilsgeschehen für die Gläubigen emotional gegenwärtig machen sollten. Van Dyck ordnete diese Begegnung entlang einer starken Vertikalen. Christus erhebt sich weit über der Gruppe am Boden. Johannes wendet sich der zusammensinkenden Maria zu, während Maria Magdalena am Fuß des Kreuzes bleibt. Ein Vorbereitungsblatt im British Museum macht die sorgfältige Planung sichtbar. Van Dyck zeichnete Christus zweimal, um dessen Position zu prüfen, skizzierte Johannes, der Maria stützt, und überzog das Blatt anschließend mit einem Raster. So ließ sich der Entwurf auf die große Leinwand übertragen. Die Zeichnung belegt außerdem den Einfluss eines um 1620 in der Antwerpener Recollectenkirche aufgestellten Altarbilds von Rubens. Das Werk in Lille misst etwa 400 mal 251 Zentimeter, ein Format, das auf seinen ursprünglichen Platz über dem Hochaltar zugeschnitten war.

Bald fragst du zu allem nach, was du liest. Trag dich ein.