
Lorenzo Costa · PD
Heilige Familie (Geburt Christi)
Details
Die Geschichte
Lorenzo Costa malte diese kleine Geburt Christi um 1490, in der höfischen Welt von Ferrara und Bologna, in der er arbeitete. Eigentlich ist es eine Anbetung: Die Jungfrau wiegt das Neugeborene nicht, sondern kniet vor ihm nieder, die Hände über der Brust gekreuzt, und betet ihr eigenes Kind an. Diese Geste hatte sich im Italien des 15. Jahrhunderts verbreitet, nach den aufgezeichneten Visionen der heiligen Birgitta von Schweden, die Maria kniend vor dem Kind auf dem bloßen Boden beschrieb. Josef steht abseits, alt und müde, in Gelb gekleidet und auf seinen Stab gestützt. Zur Seite trägt ein Mönch das schwarze Gewand der Augustiner, mit einer kleinen Sonne bezeichnet, die ihn als Nikolaus von Tolentino ausweist, sodass das Bild fast sicher für diesen Orden entstand. Das Museum von Lyon besitzt es seit 1892.


