
Claude Monet, Impression, Sunrise, 1872. Wikimedia Commons. · PD
Impression, Sonnenaufgang
Details
Die Geschichte
Im Herbst 1872 stand Monet früh am Fenster eines Hotels im Hafen von Le Havre und malte, was er sah. Dunst über dem Wasser, verschwommene Schiffsmasten und Kräne, und darüber eine kleine, glutrote Sonne, die sich in flackernden Strichen im Wasser spiegelt. Er arbeitete rasch, mit lockeren, sichtbaren Pinselstrichen, ohne die Dinge sauber auszumalen. Zwei Jahre später zeigte er das Bild in Paris bei einer Ausstellung von Malern, die sich zusammengetan hatten, weil der offizielle Salon sie nicht wollte. Als man für den Katalog einen Titel brauchte und das Bild schlecht als richtige Ansicht von Le Havre durchging, sagte Monet einfach, man solle Impression darüberschreiben. Ein Kritiker namens Louis Leroy griff das Wort spöttisch auf und betitelte seinen Verriss Die Ausstellung der Impressionisten, weil ihm alles nur wie flüchtiger Eindruck vorkam, halb fertig wie eine Tapete im Rohzustand. Der Spott blieb hängen, aber nicht als Schimpfwort, sondern als Name einer ganzen Richtung. Das Bild selbst geriet fast in Vergessenheit und wurde 1985 sogar aus dem Pariser Musée Marmottan gestohlen, ehe man es fünf Jahre später wiederfand. Dort hängt es heute.




