Betende Juden in der Synagoge am Jom Kippur

Maurycy Gottlieb, Jews Praying in the Synagogue on Yom Kippur, 1878. Wikimedia Commons. · PD

Betende Juden in der Synagoge am Jom Kippur


Details

Jahr
1878
Technik
Öl auf Leinwand
Gattung
Gemälde
Maße
245,1 × 191,8 cm

Die Geschichte

Gottlieb war 22 und lebte in Wien, als er diese Szene malte und aus dem Gedächtnis die Synagoge seiner Kindheit in Galizien wiederaufbaute. Sich selbst hat er mehrfach in die Gemeinde hineingemalt, als erwachsenen Mann, als Kind, als Heranwachsenden, und so die Lebensalter seines eigenen Daseins über einen einzigen Versöhnungstag verteilt. Auf das silberne Band einer Torarolle schrieb er eine hebräische Zeile mit seinem eigenen Namen, formuliert als Gedenken an die Toten. Noch im selben Jahr war er tot, mit 23, nach einer Krankheit, und jene Trauerzeile wurde zu seiner eigenen. Er gehörte zwei Welten an, der polnischen und der jüdischen, und in dieser Menge erscheint er zugleich als lebender Beter und unter den Toten, derer man gedenkt.

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