
Nazasca · CC-BY-SA-4.0
Thronende Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Sebastian und Vinzenz Ferrer
Details
Die Geschichte
Es ist ein Andachtsbild von intimem Ton, für das private Gebet gedacht und nicht für die Wand einer Kirche, und seine beiden Heiligen sagten einem Venezianer des Jahres 1506 genau, worum er bitten sollte. Links steht der heilige Sebastian, jung und von Pfeilen durchbohrt, seit Jahrhunderten der Heilige, den man um Schutz vor der Pest anrief, die Venedig immer wieder heimsuchte. Rechts, im schwarz-weißen Habit der Dominikaner, der Prediger Vinzenz Ferrer, der in ganz Europa gewaltige Menschenmengen mit seiner Predigt vom Jüngsten Gericht angezogen hatte. Zwischen ihnen thront die Muttergottes mit dem Kind. Andrea Previtali war ein Bergamaske, der zur Ausbildung bei Giovanni Bellini nach Venedig gegangen war, und Bellini spürt man im weichen Licht und der stillen, zärtlichen Stimmung. Er signierte und datierte die Tafel in jenem Jahr, noch am Anfang einer Laufbahn, die er fast ganz wieder in Bergamo verbringen sollte.