
Henri Matisse, Madras Rouge, 1907. Wikimedia Commons.
Rotes Madras
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Die Geschichte
1907 steht Matisse an der Spitze der Fauves, jener Maler, die zwei Jahre zuvor im Salon d'Automne wegen ihrer Farben als 'wilde Tiere' verspottet worden waren. Hier malt er seine Frau Amélie mit einem roten Madras, dem kreolischen Kopftuch. Die Ähnlichkeit kümmert ihn wenig: Er flacht das Gesicht ab, überzeichnet die Haltung und überlässt der Leinwand das Rot der Kopfbedeckung und die Muster. Als er das Bild zeigte, war die Kritik ratlos, denn sie erwartete ein Porträt und fand einen Bau aus Farbe. Amélie saß für einige der kühnsten Leinwände jener Jahre Modell, darunter die Frau mit Hut von 1905. Heute hängt das Werk in Philadelphia, in der Barnes Foundation, die eine der größten Matisse-Sammlungen außerhalb Frankreichs zusammentrug.




