
Théo van Rysselberghe · PD
Maria Sèthe
Details
Die Geschichte
Um 1891 war die Punkttechnik, die Seurat in Paris begonnen hatte, schon nach Belgien gelangt, und Van Rysselberghe war einer ihrer feinsten Vertreter. Er malt hier Maria Sèthe, eine begabte Pianistin aus wohlhabender, der Brüsseler Avantgarde nahestehender Familie, seitlich vor einem Harmonium sitzend, dem Licht von links zugewandt. Er baut sie aus winzigen einzelnen Farbtupfen auf und mildert dann die Punkte im Gesicht zu feineren Strichen, damit die Ähnlichkeit hält. Violett zieht sich durch das ganze Bild, durch das Kleid ebenso wie durch die Vorhänge, eine im Leben modische, auf der Leinwand damals aber seltene Farbe. Drei Jahre nachdem er sie gemalt hatte, heiratete Maria den Gestalter Henry van de Velde, der diesen selben Avantgarde-Geschmack in moderne Gestaltung überführen sollte.


