Bildnis eines Mädchens
Details
Die Geschichte
Es ist ein kleines Bild, etwa so groß wie eine gefaltete Zeitung, und sein Gegenstand ist einfach ein Mädchen, ohne Namen. Das klingt unauffällig, bis man es in das Jahr 1850 zurückstellt. In den bulgarischen Landen, damals noch unter osmanischer Herrschaft, hieß Malen vor allem die Kirche: Ikonen, Heilige, ein Goldgrund. Ein weltliches Porträt eines gewöhnlichen Kindes, nach dem Leben in Öl auf Leinwand gemalt, war etwas, das fast kein einheimischer Maler zustande brachte. Dobrovich schon, denn er hatte an der Akademie in Rom gelernt, und hier wendet er diese europäische Schule einem alltäglichen, stillen Gesicht zu statt einem feierlichen. Er hielt es klein, 54 mal 43 Zentimeter, nah genug, dass man dem Mädchen auf Augenhöhe begegnet.