
Paula Modersohn-Becker · PD
Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag
Details
Die Geschichte
1906 lebte Paula Modersohn-Becker allein in Paris. Sie hatte ihren Mann und die Künstlerkolonie Worpswede verlassen, und genau dieser Moment steckt in dem Bild. Sie zeigt sich unbekleidet bis zur Hüfte, mit einer Hand auf dem gerundeten Bauch und mit einer Bernsteinkette. Dazu kommt eine Inschrift: gemalt mit 30 Jahren, am sechsten Hochzeitstag, signiert nur mit den Mädcheninitialen P. B. Doch die Angaben passen nicht ganz zu den bekannten Fakten. Geheiratet hatte sie Otto Modersohn 1901, also wäre es der fünfte Hochzeitstag gewesen. Schwanger war sie damals ebenfalls nicht. Warum sie Datum und Körper so bewusst verschob, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Das Gemälde gilt häufig als das früheste bekannte weibliche Akt-Selbstbildnis der westlichen Kunst.