
Max Liebermann · PD
Flachsscheuer in Laren
Details
Die Geschichte
Um 1880 malten die meisten deutschen Maler, die nach Ansehen strebten, noch immer Götter und Schlachten. Liebermann dagegen verbrachte seine Sommer in Laren, einem Bauerndorf in der holländischen Landschaft, und sah den Menschen bei der Arbeit zu. In dieser Scheune wurde Flachs zu Garn gesponnen, und der ganze Vorgang faszinierte ihn. Er malte ihn beinahe so, wie er ihn vorfand: Reihen von Frauen an den Spinnrädern und Kinder an der Fensterwand, die die Räder in Bewegung hielten. Als das Bild 1887 im Pariser Salon hing, fiel die Aufnahme kühl aus, auch weil er die Kinderarbeit ungeschönt zeigte, in einer Zeit, in der die Genremalerei lieber wegsah. Der alte Meister Adolph von Menzel machte ihm das Kompliment, das Liebermann am längsten im Gedächtnis blieb, es sei das einzige Bild im Saal, das wirkliche Menschen zeige und keine gestellten Modelle.




