
Eugène Louis Boudin · PD
Die Festungsanlagen von Antibes, Frankreich
Details
Die Geschichte
Eugène Boudin hat sein Leben lang die grauen, wechselhaften Himmel des Ärmelkanals gemalt, rund um Honfleur und Le Havre. Er war es, der Jahrzehnte zuvor einen halbwüchsigen Monet aus dem Atelier ins Freie gelockt hatte, und Corot nannte ihn bewundernd den König der Himmel. Um 1893, als dieses Bild entstand, war Boudin fast 70 und kränklich, und wie mancher leidende Künstler seiner Generation überwinterte er wegen seiner Lunge im Süden. Was er an der Côte d'Azur fand, war das Gegenteil der Heimat: statt des weichen Dunstes über dem Kanal das harte, klare Licht des Mittelmeers, das auf die alten steinernen Befestigungen von Antibes fiel, auf die Wälle, die diese Grenzstadt jahrhundertelang geschützt hatten. Zu der Küste, aus der er kam, kehrte er immer wieder zurück. Fünf Jahre nach diesem Bild starb Boudin in Deauville, im Angesicht des Ärmelkanals, den er sein Leben lang gemalt hatte.




