
Vincenzo Foppa · PD
Grazie-Polyptychon
Details
Die Geschichte
Um 1500, als die italienische Malerei längst die einheitliche Altartafel bevorzugt, auf der die Figuren einen gemeinsamen Raum teilen, macht Foppa das genaue Gegenteil: ein Polyptychon nach alter Art, die Heiligen einzeln in Feldern auf Goldgrund. Er ist bereits ein alter Meister der lombardischen Schule und geht so vermutlich auf ausdrücklichen Wunsch der Auftraggeber vor. Das Werk entstand für die Franziskanerkirche Santa Maria delle Grazie in Bergamo; 1500 hatte der Kaufmann Martino Grassi 500 Dukaten für den Hochaltar gestiftet. Während der napoleonischen Klosteraufhebungen wurde das Polyptychon zerlegt und gelangte mit der Zeit in die Pinacoteca di Brera in Mailand. Es ist eines der letzten Werke Foppas, der um 1515 starb.