Gottesmutter der Zärtlichkeit
Details
Die Geschichte
Dies ist der Typus, den die Griechen Eleusa und die Slawen Umilenie nannten, die Gottesmutter der Zärtlichkeit, und alles daran hängt an einer einzigen Geste. Das Christuskind drückt seine Wange an die der Mutter, den einen kleinen Arm um ihren Hals gelegt, während sie den Kopf zu ihm herabneigt. Es ist das menschlichste der Marienbilder, eine wirkliche Umarmung zwischen Mutter und Kind. Diese Wärme trägt einen zweiten Sinn, den der orthodoxe Betrachter eher fühlen als lesen sollte. Ihre Augen sind gesenkt und traurig, ihr Blick geht am Kind auf ihrem Arm vorbei auf das, was ihm bevorsteht, und so stehen die Zärtlichkeit und die kommende Passion im selben Bild. 1601 gemalt, gehört die Tafel einer langen, ungebrochenen Reihe solcher Bilder an, über Jahrhunderte abgemalt und wieder abgemalt. Die Nähe der beiden Gesichter, Wange an Wange, ist der ganze Sinn, jenes Detail, auf das jede Fassung dieses Typus hin gebaut ist.