
Paul Cézanne · PD
Victor Chocquet sitzend
Details
Die Geschichte
1877 zeigten die Impressionisten in Paris ihre dritte gemeinsame Ausstellung, und die meisten Besucher kamen, um zu spotten. Ein Mann blieb in den Saelen und stritt dagegen, verteidigte die Bilder eines nach dem anderen vor jedem, der zuhoeren wollte. Das war Victor Chocquet, ein einfacher Zollbeamter mit bescheidenem Gehalt, der sein Geld fuer Maler ausgab, die fast niemand haben wollte, und der am Ende mehr als 30 Werke allein von Cezanne besass. So malte Cezanne seinen Fuersprecher: sitzend, hager, wachsam, Gesicht und Haende aus denselben kleinen Farbflaechen gebaut wie die Wand dahinter. Einen Menschen behandelte Cezanne wie einen Berg oder eine Obstschale, als Flaechen, die man ordnen muss, und nicht als Aehnlichkeit, der man schmeicheln muesste. Degas, fuer seine spitze Zunge bekannt, nannte es das Bildnis eines Verrueckten, gemalt von einem Verrueckten. Chocquet kaufte trotzdem weiter. Die Sammlung, die er von einem Beamtengehalt zusammengetragen hatte, wurde nach dem Tod seiner Witwe versteigert und zerstreut, und dieses Bildnis landete in einem Museum in Columbus, Ohio, weit von den Pariser Saelen, in denen er einst dafuer gestritten hatte.




