
Die Geschichte
Ein kleines Kunstzentrum an der Queen's University in Kingston, Ontario, besitzt etwas für einen kanadischen Campus Ungewöhnliches: Gemälde von Rembrandt. Die meisten stammen von einem einzigen Mann, Alfred Bader, einem Chemiker, der als Kriegsflüchtling aus Wien nach Kanada gekommen war und hier in den 1940er-Jahren studierte, bevor er mit Industriechemie ein Vermögen aufbaute.
Bader gab dieses Vermögen für niederländische und flämische Alte Meister aus, und über Jahrzehnte schenkten er und seine Frau Isabel dem Zentrum ein Gemälde nach dem anderen. Zuschreibungen an Rembrandt sind unter Fachleuten umstritten, und eine Kopfstudie hier galt jahrelang als zweifelhaft, ehe sich die Meinung wieder dem Meister zuneigte, was mit dazu beiträgt, dass die Sammlung ebenso Lehrmittel wie Schaustück ist.
Die Galerie ist nach Agnes Etherington benannt, einer Frau aus Kingston, die 1954 ihr Haus der Universität hinterließ, damit es ein Kunstzentrum werde. 1957 wurde es eröffnet, und Isabel Baders Vermächtnis fügte 2022 Dutzende weitere europäische Gemälde zu dem hinzu, was als Raum für den Unterricht der Studierenden begonnen hatte.
