
Die Geschichte
Georg Schäfer führte in Schweinfurt ein Kugellager-Imperium und gab sein Vermögen für eine einzige, unmodische Leidenschaft aus: die deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts, zu einer Zeit, als der Markt der französischen Kunst nachjagte. Bei seinem Tod hatte er eine der größten privaten Sammlungen dieser Art überhaupt zusammengetragen.
Das Museum, das im Jahr 2000 eröffnete, um sie zu zeigen, ist ein klarer Kubus aus Travertin und Glas des Berliner Architekten Volker Staab und erhebt sich über dem Main. Sein Herzstück ist die weltweit größte Sammlung von Carl Spitzweg, dem Münchner Maler kleiner, spöttischer Szenen aus dem Provinzleben, darunter sein bekanntestes Bild, Der Bücherwurm, mit einem alten Gelehrten, der auf einer Bibliotheksleiter thront und unter beiden Armen Bücher geklemmt hält.
Rund um Spitzweg hängen ein stiller Ostsee-Abend von Caspar David Friedrich sowie Werke von Menzel, Leibl und den deutschen Romantikern, insgesamt etwa 270 Gemälde aus den Jahren 1760 bis 1930.



