
Die Geschichte
Das Gebäude entstand 1937 für eine Pariser Weltausstellung, ein langer, von Kolonnaden gesäumter Riegel aus hellem Stein über der Seine, und jahrzehntelang beherbergte sein Westflügel nationale Kunstsammlungen, die kamen und gingen. Als es 2002 als Zentrum für zeitgenössische Kunst wiedereröffnete, taten die Architekten etwas Ungewöhnliches: Statt das Innere zu glätten, ließen sie es auf rohen Beton, offene Rohre und nackte Böden zurückgestrippt.
Diese raue Hülle ist heute der Kern der Sache. Mit rund 22.000 Quadratmetern ist es einer der größten Räume für zeitgenössische Kunst in Europa, und da es keine feste Sammlung zu schützen gibt, kann es ganze Etagen einem einzigen lebenden Künstler für eine zeitweilige Installation überlassen. Die Räume verändern sich von einer Saison zur nächsten völlig. Es steht fast Tür an Tür mit dem Musée d'art moderne de la Ville de Paris, das den anderen Flügel des Baus einnimmt, sodass dieselbe Fassade von 1937 auf der einen Seite eine feste Sammlung und auf der anderen eine Baustellen-Ästhetik bedeckt.

