
Albert Chevallier Tayler
1862–1925 · Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland · Newlyn School, Akademische Kunst, Porträtmalerei, Genremalerei
Die Geschichte
1906 gewann Kent zum ersten Mal die County Championship im Cricket, und auf Anregung des Vereinsvorsitzenden Lord Harris, eines früheren Kapitäns der englischen Nationalmannschaft, ließ der Vorstand die Saison in einem Gemälde festhalten. Den Auftrag erhielt Albert Chevallier Tayler, selbst ein begeisterter Cricketspieler. Er ließ jeden Kent-Spieler einzeln Modell sitzen, damit die Gesichter stimmten, und vollendete die große Leinwand 1907. Sie zeigt ein Spiel gegen Lancashire in Canterbury, bei dem der langsame Linkshänder Colin Blythe auf Lancashires Johnny Tyldesley wirft. Der zweite Schlagmann am Wicket, William Findlay, hatte in dieser Partie in Wirklichkeit gar nicht gespielt.
Zum Sportbild kam Tayler aus einer ganz anderen Richtung. Er hatte über zehn Jahre unter den Malern von Newlyn verbracht, der Künstlerkolonie in einem Fischerdorf in Cornwall, die nach französischem Vorbild im Freien malte, bevor er um 1900 nach London zog, zu Gesellschaftsporträts und festzugartigen Historienbildern. 1905 malte er ein Dutzend Aquarellporträts berühmter Cricketspieler, die der Seifenfabrikant William Lever zu Werbelithografien machen ließ.
Kent zahlte ihm 200 Guineen. 2006 verkaufte der Verein das Bild bei Sotheby's für 680.000 Pfund, und der Käufer, eine private Kunststiftung, lieh es dem MCC, dem Klub, dem Lord's gehört, wo es im Long Room des Pavillons hängt.
