
Albert Edelfelt
1854–1905 · Großfürstentum Finnland · Realismus
Die Geschichte
1885 verschaffte sich ein finnischer Maler in Paris Zugang zum Labor von Louis Pasteur, dem Chemiker, der damals in ganz Europa für seinen neuen Tollwutimpfstoff berühmt war. Albert Edelfelt malte ihn, wie er zwischen seinen Glasgefäßen steht, eine Probe infizierten Rückenmarks emporhält und betrachtet, ein Wissenschaftler bei der Arbeit statt in Pose. Im Salon des folgenden Jahres gezeigt, brachte es Edelfelt die Ehrenlegion ein und wurde zum prägenden Bild Pasteurs.
Edelfelt gehörte zu den ersten Künstlern aus Finnland, damals ein Großfürstentum unter dem russischen Zaren, die sich im Ausland wirklich einen Namen machten. Er teilte sein Leben zwischen Paris und der finnischen Küste, malte seine Landsleute, das baltische Licht und Szenen aus der finnischen Geschichte mit dem Blick eines Realisten.
Er nutzte sein Ansehen auch, um der nächsten Generation Türen zu öffnen, und half jüngeren Finnen wie Akseli Gallen-Kallela, in Paris Fuß zu fassen. Er war erst 50, als er 1905 starb, und sein Begräbnis in Helsinki zog Menschenmengen an, die ihn wie eine nationale Gestalt behandelten.



