
Alejo Fernández
1475–1545 · Spanien · Spanische Renaissance, Nordische Renaissance
Die Geschichte
Im Königlichen Alcázar von Sevilla, in den Räumen der einstigen Casa de Contratación, des Handelshauses, hängt ein Altarbild, das Alejo Fernández um 1531 bis 1536 für dessen Kapelle malte. Die 1503 gegründete Behörde genehmigte und verzeichnete die Fahrten und Ladungen zwischen Spanien und Amerika. Die Madonna der Seefahrer zeigt Maria, die ihren Mantel über eine Schar kniender Männer breitet, darunter fahren Schiffe auf dem Meer. Die Überlieferung erkennt in dem Mann links im Vordergrund Christoph Kolumbus. Kolumbus war 1506 gestorben. Welche Vorlage der Maler auch benutzte, nach dem Leben malte er ihn nicht.
Fernández selbst gibt einige Rätsel auf. Zuerst begegnet er in Córdoba, und ein Rechnungsbuch der Kathedrale von Sevilla nennt ihn einen Deutschen, sodass sein Geburtsort ebenso unsicher ist wie sein Geburtsjahr, um 1475. 1508 holte ihn das Domkapitel nach Sevilla, damit er am großen Hochaltar mitarbeite, und rund ein Vierteljahrhundert lang war er der führende Maler der Stadt, der flämische Genauigkeit mit italienischen Vorstellungen von Raum und Figur verband. Er starb wahrscheinlich um 1545 in Sevilla.
