Alphonse Mucha

Alphonse Mucha

1860–1939 · Österreichisches Kaiserreich · Jugendstil


Die Geschichte

Im Dezember 1894 brauchte der Pariser Drucker Lemercier ein Plakat für Gismonda, ein neues Theaterstück, das am Neujahrstag mit Sarah Bernhardt, der berühmtesten Schauspielerin Frankreichs, in der Hauptrolle Premiere feiern sollte. Alle festen Illustratoren waren über die Feiertage verreist, sodass der Auftrag an Alfons Mucha ging, einen tschechischen Künstler, der dort als Aushilfskorrektor arbeitete. Er entwarf ein hohes, schmales Plakat, das Bernhardt in byzantinischen Gewändern zeigte, gedruckt in sanften Goldtönen und Mosaikmustern, wie es sie auf Pariser Straßen zuvor nicht gegeben hatte. Bernhardt liebte es so sehr, dass sie ihn mit einem Sechsjahresvertrag für ihre Plakate, Bühnenbilder, Kostüme und Schmuckstücke band, und die gestreckten, blumenumrahmten Frauen jenes Plakats wurden zur Vorlage für das, was bald Art Nouveau genannt wurde.

Mucha verbrachte die folgenden zwei Jahrzehnte als das Gesicht dieses dekorativen Stils, wandte sich dann aber weitgehend von ihm ab. Ab 1912 widmete er sich stattdessen dem Slawischen Epos, einem Zyklus von 20 großformatigen Historiengemälden, die die Geschichte der slawischen Völker nachzeichnen, finanziert vom amerikanischen Industriellen Charles Crane, einem Bewunderer von Muchas panslawistischer Überzeugung. Mucha betrachtete dies als sein eigentliches Lebenswerk und schenkte den gesamten Zyklus der Stadt Prag, sobald die Tschechoslowakei 1918 unabhängig geworden war.

Ebendiese Überzeugungen holten ihn im März 1939 ein. Als deutsche Truppen Prag besetzten, verhaftete die Gestapo den 78-jährigen Mucha als eines ihrer ersten Ziele und verhörte ihn tagelang als Symbolfigur des tschechischen Nationalismus. Er wurde freigelassen, erholte sich aber nie wieder und starb jenen Juli an einer Lungenentzündung, zehn Tage vor seinem 79. Geburtstag.

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Werke

1 Werk