
Antonio del Pollaiuolo
1429–1498 · Republik Florenz · Renaissance
Die Geschichte
Antonio del Pollaiuolo war vom Körper in heftiger Bewegung fasziniert, zu einer Zeit, als kaum ein Künstler ihn überzeugend zeichnen konnte. Sein Kupferstich Der Kampf der Nackten, um 1470 entstanden, zeigt zehn muskulöse Männer, die aufeinander einhauen, und war eigentlich ein Schaustück, mit dem ein Künstler seinen Kollegen vorführte, wie die menschliche Gestalt unter Anspannung aus jedem Blickwinkel aussah.
Er war jener florentinische Typ, der vielseitige Handwerker, ausgebildet als Goldschmied und tätig als Bildhauer, Maler und Kupferstecher, oft gemeinsam mit seinem Bruder Piero. Man sagte ihm nach, er habe Leichname seziert, um zu verstehen, wie die Muskeln am Skelett ziehen, was damals noch selten und halb verboten war.
Seine größten Werke stehen in Bronze in Rom, vor allem das mächtige Grabmal Papst Sixtus' IV. im Vatikan, mit dem toten Papst obenauf und den personifizierten freien Künsten an den Seiten. Seine kleinen gemalten Tafeln des Herkules und seine straffe, angespannte Anatomie wirkten unmittelbar auf die nächste Generation, darunter den jungen Michelangelo.
Werke
7 Werke
Herkules und die HydraAntonio del Pollaiuolo, 1475
Herkules und AntäusAntonio del Pollaiuolo, 1475
Bildnis einer DameAntonio del Pollaiuolo, 1475
Bildnis einer jungen Dame im ProfilAntonio del Pollaiuolo, 1465
Altar des Kardinals von PortugalAntonio del Pollaiuolo, 1466
Die Erhebung der MagdalenaAntonio del Pollaiuolo, 1460
Herkules und DeïaneiraAntonio del Pollaiuolo, 1470