August Friedrich Oelenhainz

1745–1804 · Heiliges Römisches Reich · Klassizismus


Die Geschichte

1770 porträtierte ein junger Maler aus Württemberg Johann Nepomuk von Humbourg, den sein früher Biograf als Leibarzt Kaiserin Maria Theresias bezeichnet, und setzte den eigenen Namen in großen Buchstaben auf das aufgeschlagene Buch vor dem Dargestellten. August Friedrich Oelenhainz war damals etwa 25. Das Bildnis, heute im Belvedere, gehört zu seinen ersten eigenständigen Werken und lehnt sich noch an die ältere deutsche Bildniskunst vom Anfang des 18. Jahrhunderts an.

Oelenhainz war Pfarrerssohn aus Endingen und sollte in Tübingen Theologie studieren, bis ihn ein verwandter Bildnismaler zur Kunst brachte. Er lernte in Stuttgart, kam Mitte der 1760er-Jahre nach Wien, studierte an der dortigen Akademie und malte dann den Adel der Stadt, darunter die Fürsten Schwarzenberg, und ihre Schriftsteller, etwa den Dichter Alois Blumauer. Er wurde Mitglied der kaiserlichen Akademie und trat den Freimaurern bei, zu deren Wiener Logen in den 1780er-Jahren auch Mozart und Haydn gehörten.

Anfang der 1790er-Jahre ging er in die Schweiz und arbeitete in Zürich und Bern, später verbrachte er mehr als ein Jahr in Paris. Im November 1804 reiste er, schon kränkelnd, mit der Postkutsche heimwärts Richtung Stuttgart. Gegen zwei Uhr nachts hielt sie vor dem Gasthof Zum goldenen Ochsen in der französischen Festungsstadt Pfalzburg, und wenige Minuten nach dem Aussteigen starb er an einem Schlaganfall. Sein Biograf fand etwa ein Jahrhundert später keine Spur mehr von seinem Grab.

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Werke

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