
Balchand
Mogulreich
Die Geschichte
Im Oktober 1618 lag Inayat Khan, ein Höfling aus dem engsten Kreis des Mogulkaisers Jahangir, im Sterben, ausgezehrt von Jahren mit Opium und Wein. Jahangir ließ ihn zu sich bringen und befahl, erschüttert davon, wie mager er geworden war, seinen Malern, ihn zu porträtieren. So entstand eines der schonungslosesten Bilder der Mogulmalerei, ein skelettartiger Mann, gestützt auf Kissen. Es befindet sich heute in der Bodleian Library in Oxford. Eine Inschrift nennt es das Werk Balchands, des Dieners des Hofes, und die vorbereitende Zeichnung ist im Museum of Fine Arts in Boston erhalten.
Balchand war ein hinduistischer Maler der kaiserlichen Werkstatt, tätig etwa von 1595 bis etwa 1650, eine Spanne von den letzten Jahren Kaiser Akbars bis in die Regierungszeit Shah Jahans. Sein Bruder Payag war ebenfalls Hofmaler, und beide sind für einen nüchternen, nahsichtigen Realismus bekannt. Balchand malte auch Szenen für das Padshahnama, die illustrierte offizielle Chronik der Herrschaft Shah Jahans, die heute zur Royal Collection in Windsor gehört.
