
Bartolomeo Cavarozzi
1587–1625 · Kirchenstaat · Barock, Caravaggismus
Die Geschichte
1617 brach der römische Adlige und Maler Giovanni Battista Crescenzi nach Madrid auf, um am spanischen Hof zu arbeiten, und nahm einen jungen Maler aus Viterbo mit. Das war Bartolomeo Cavarozzi, der so eng mit der Familie seines Förderers verbunden war, dass man ihn mitunter Bartolomeo Crescenzi nannte. In Rom hatte er an der Akademie gelernt, die Crescenzi nahe dem Pantheon betrieb und an der die Schüler Früchte, Blumen und Tiere direkt nach der Natur zeichneten.
In Spanien malte Cavarozzi etwa zwei Jahre lang religiöse Bilder in der Art Caravaggios, mit Figuren in hartem Streiflicht vor dunklem Grund, wobei seine Heiligen stiller und sanfter sind als die Caravaggios. Eines davon, die Heilige Familie mit der heiligen Katharina von 1618, hängt heute im Prado, und Bilder wie dieses trugen dazu bei, Caravaggios Stil unter spanischen Malern zu verbreiten.
1619 war Cavarozzi wieder in Rom, wo er 1625 mit 38 Jahren starb. Lange Zeit war er fast vergessen. Erst im späten 20. Jahrhundert setzten Forscher sein Werk wieder zusammen, darunter Stillleben mit Früchten und Vögeln, etwa ein Bild mit Weinranken und drei Bachstelzen im Metropolitan Museum in New York.
