
Bartolomeo Schedoni
1578–1615 · Herzogtum Modena · Barock, Frühbarock
Die Geschichte
Am 23. Dezember 1615 hielt ein Chronist in Parma den Tod des herzoglichen Malers Bartolomeo Schedoni fest, der 37 Jahre alt geworden war. Er schrieb, Schedoni sei nach hohen Spielverlusten in einem Anfall von Leidenschaft gestorben, und manche Historiker haben darin einen Selbstmord gelesen. Die Quelle entscheidet das nicht.
Schedoni war der Sohn eines Maskenmachers, der für die Herzogshöfe von Modena und Parma arbeitete. 1595 schickte Ranuccio I. Farnese, Herzog von Parma, den begabten jungen Mann nach Rom, wo er bei Federico Zuccari lernen sollte, dem Maler, der damals der Künstlerakademie der Stadt vorstand. Eine Krankheit brachte ihn früh zurück. Einige Jahre später trieb ihn eine Haftstrafe wegen Körperverletzung von Parma nach Modena. Dort arbeitete er für Herzog Cesare d'Este und malte zusammen mit dem einheimischen Maler Ercole dell'Abate Deckenfresken im Rathaus.
1607 kehrte er nach Parma zurück und arbeitete von da an fast nur noch für Ranuccio, der ihn so schätzte, dass er ihm zur Hochzeit 1611 ein Landgut in Felegara schenkte. Aus diesen letzten Jahren gibt es nur wenige Bilder. Eine Caritas von 1611 zeigt eine Frau, die armen Kindern Brot reicht, mit der Weichheit Correggios, des großen Malers von Parma in den 1520er-Jahren, und eine Grablegung von 1613 folgt im Aufbau dem Vorbild Caravaggios in Rom. Nach seiner Rückkehr blieben ihm in Parma etwa acht Arbeitsjahre, und er widmete sie einem einzigen Auftraggeber.
