Berthe Morisot

Berthe Morisot

1841–1895 · Frankreich · Impressionismus


Die Geschichte

1874 tat Berthe Morisot etwas, das ihre Familie für eine Frau ihres Standes skandalös fand: Sie zeigte ihre Bilder gemeinsam mit einer Gruppe unbekannter, meist abgelehnter Künstler in einem Fotoatelier auf dem Boulevard des Capucines – bei dem, was zur ersten Impressionistenausstellung wurde. Sie war in jenem Jahr die einzige Frau unter ihnen und stellte über fast alle acht Ausstellungen der Gruppe in den folgenden zwölf Jahren hinweg weiter mit ihr aus, einmal organisierte sie sogar die letzte Ausstellung selbst, während die Männer stritten.

Ein gemeinsamer Malerfreund hatte sie 1868 Édouard Manet vorgestellt, und die beiden wurden eng vertraut; Manet malte ihr Porträt mehr als ein Dutzend Mal und schenkte ihr zu Weihnachten eine Staffelei. 1874, im selben Jahr wie jene erste Ausstellung, heiratete sie seinen jüngeren Bruder Eugène, was sie innerhalb der Familie Manet hielt, ohne den Skandal, den eine Ehe mit Édouard selbst, der bereits verheiratet war, ausgelöst hätte. Manet wiederum soll nachweislich Teile mindestens einer ihrer Leinwände selbst übermalt haben, eine Angewohnheit, die sie Berichten zufolge nicht immer willkommen hieß.

Morisot malte häusliche Szenen, die ihren männlichen Kollegen weitgehend verschlossen blieben – Frauen beim Ankleiden, beim Stillen, beim Lesen im Garten –, ausgeführt in lockerem, raschem Pinselstrich, den Kritiker zu ihrer Zeit mitunter als unfertig lasen. Ihr Werk fand erst 1896, ein Jahr nach ihrem Tod, Eingang in eine große Pariser Retrospektive, organisiert unter anderem von Renoir, Monet und Degas.

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Werke

28 Werke