
Carlo Bossoli
1815–1884 · Schweiz, Königreich Italien · Romantik, Orientalismus
Die Geschichte
In den 1830er-Jahren machte sich in Odessa am Schwarzen Meer ein junger Bühnenmaler namens Carlo Bossoli mit etwas einen Namen, das er optische Ansichten nannte. Es waren große Panoramen der Stadt, die man durch eine Art Guckkasten betrachtete, und mit ihnen begann eine Laufbahn, in der er Orte und Ereignisse mit genauem, theatralischem Blick festhielt.
Geboren wurde er 1815 in Lugano, und seine Familie wanderte nach Odessa aus, als er noch ein kleines Kind war. Er arbeitete als Ladenjunge bei einem Buch- und Grafikhändler, lernte das Bühnenbild bei einem italienischen Szenografen und verkaufte schon 1833 eigene Bilder. Die schnelle, leuchtende Tempera wurde sein Medium. In den 1840er-Jahren ließ er sich in Mailand nieder, ab 1853 lebte er in Turin.
Sein Glück in Großbritannien kam über die Krim. 1855, als der Krieg dort in allen Zeitungen stand, arbeitete er nach Skizzen aus seiner Jugend Ansichten der Halbinsel aus, und der Londoner Verlag Day and Son brachte sie im folgenden Jahr als Lithografien heraus. Die nächsten Jahre verbrachte er großenteils in London, und drei Ansichten, die er 1856 malte, liegen in der Royal Library von Windsor Castle. 1859 schickte ihn derselbe Verlag mit der französischen und piemontesischen Armee los, um den Krieg in der Lombardei zu zeichnen, daraus wurden 40 Farblithografien. Danach bestellte Prinz Eugenio von Savoyen-Carignan 105 Bilder der Feldzüge von 1859 bis 1861, und 1862 erhielt Bossoli den Titel eines königlichen Historienmalers. In Turin entwarf er sich später ein kleines Palais im maurischen Stil und bemalte die Außenwände selbst mit Fresken, ein Bau, der heute nicht mehr steht.
