
Caspar David Friedrich
1774–1840 · Königreich Preußen · Romantik, Deutsche Romantik
Die Geschichte
Caspar David Friedrich malte die einsamsten Landschaften der europäischen Kunst: eine einzelne, klein wirkende Gestalt, von hinten gesehen, vor Nebel, Meer oder Bergen, die sie winzig erscheinen lassen. Diese Figur mit dem Rücken zum Betrachter, die Rückenfigur, war sein Markenzeichen, und sie versetzt den Betrachter genau an ihre Stelle, hinausblickend auf etwas, das zu gewaltig ist, um es zu fassen.
Er arbeitete in Dresden zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in den Jahren der napoleonischen Besetzung der deutschen Lande, und seine nebelverhangenen Ruinen und einsamen Kreuze trugen eine stille patriotische und religiöse Aufladung, die seine Zeitgenossen deutlich spürten. Sein bekanntestes Bild, ein Mann im grünen Mantel auf einem Felsvorsprung über einem Nebelmeer, entstand um 1818. Eine Zeitlang wurde er bewundert, sogar von russischem und preußischem Hochadel gesammelt.
Dann änderte sich der Geschmack. Die Romantik geriet aus der Mode, ein Schlaganfall 1835 lähmte ihn teilweise, und er starb 1840 verarmt und weitgehend vergessen. Sein Werk blieb jahrzehntelang unbeachtet, bis symbolistische Maler und der norwegische Gelehrte Andreas Aubert es um 1900 wieder ins Licht rückten. Eine Ausstellung 1906 in Berlin versammelte mehr als 90 seiner Gemälde, die größte Werkschau, die es dort je von ihm gegeben hatte.



