
Colart de Laon
Frankreich
Die Geschichte
Fast alles, was man über Colart de Laon weiß, stammt aus Rechnungsbüchern. Er taucht 1377 im Dienst Philipps des Kühnen auf, des Herzogs von Burgund, und ab 1391 war er Maler und valet de chambre Ludwigs, des Herzogs von Orléans, des Bruders des französischen Königs. Die Rechnungen schreiben ihm 1395 große Arbeiten für die Kathedrale von Chartres zu, eine Reliquientruhe für die Königin und Dekorationen für Hoffeste. Nichts davon ist erhalten, und kein einziges Gemälde lässt sich ihm mit Sicherheit zuweisen.
Eine Tafel kommt dem nahe. 2012 kaufte der Prado eine kleine Ölbergszene mit einem knienden Stifter, der Ludwig von Orléans ist, das einzige Bildnis von ihm, das nachweislich zu seinen Lebzeiten entstand. Fachleute halten es für wahrscheinlich, dass die Tafel von Colart stammt. Ludwig wurde 1407 in einer Pariser Straße von Männern erschlagen, die im Sold seines Vetters, des Herzogs von Burgund, standen, und Colart blieb mindestens bis 1411 im Haushalt von Ludwigs Sohn. Eine Urkunde zeigt, dass er im Mai 1417 bereits tot war. Weder das Jahr seiner Geburt noch das seines Todes ist überliefert.
